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Carlos

    Carlos

    2002 reifte der Wunsch nach einem Zweithund. Mit ihm wollten wir auch Rettungshundearbeit machen und so stand schnell fest, dass es ein Jagdhund sein sollte. Eine Bracke des Südens mit hohem Jagdtrieb, ein Welpe, der bisher noch nicht im jagdlichen Einsatz war und definitiv keine Angst vor Menschen hat.

    So kam es, dass im Januar 2002 Carlos bei uns einzog. Definitiv jünger als 4 Monate und: forsch und neugierig. Er wurde sofort ins Rettungshundetraining einbezogen, Vorsitzen und Bellen wurden konditioniert. Parallel Hundekindergarten und Begleithundeprüfung.
    Blickkontakt beim Gassigang, Bestätigung durch Leckerchen, Ballwurfspiele draußen? Nee, das wär ja langweilig.....wenn der zweite Hund wie der erste funktionieren würde. Insgesamt ein “Langsamlerner” mit gaaaanz langer Leitung.
    Rüssel ständig im Einsatz, keine Orientierung zu mir und draußen eigentlich nicht ansprechbar.
    Ja, Jagdtrieb hat er und laufstark ist er auch. Irgendwann meinte er auch mal einem Kaninchen hinterherrennen zu müssen und auch Rehe fand er trotz intensiver Gegenkonditionierung im Wildpark anfangs nicht uninteressant. Die Anzahl seiner “Ausrutscher” diesbezüglich läßt sich aber trotz “Podenco” an einer Hand abzählen - ansonsten hätte ich wahrscheinlich schon lange einen Herzinfarkt. Wir gehen jetzt gemeinsam jagen - nämlich nach meinen Regeln und meinen Vorgaben - nicht Wild, sondern Menschen oder Haustiere.
    Kaninchen und Rehe können nun kreuzen, ohne dass es ihn “reizt”.

    Als Junghund schleppten wir Carlos dann mit zum Mantrailing-Seminar zu Ulla Massen, wo eigentlich “Anna” mitmachen sollte. Es ergab sich aber anders.
    So begannen wir mit Mantrailing statt mit Flächensuche. Leider bauten wir am Anfang eine Menge Fehler, arbeiteten viel über Hatz, visuellen Reiz und mein Hund kapierte lange nicht, wofür ein GA eigentlich da ist. Und ich kapierte lange nicht, dass Hund diesen Zusammenhang nicht verstanden hatte....

    Im DVG Brackel traf ich Christiane Liebeck, die mir von ihren unausgelasteten Bracken erzählte und kurz darauf hatte ich einen Trainingsgefährten.
    Bis Nov 2005 trainierten wir regelmäßig mit den drei Hunden, besuchten zahlreiche Seminare und liefen mehrere Einsätze.

    Im Jahr 2003 erblindete Carlos zunehmend aufgrund einer beidseitigen chronisch rez. ideopathischen Uveitis, welche mit einer Hornhauttrübung einherging. Im Sommer 2005 ließ ich ihn an beiden Augen operieren- seitdem ist alles wieder gut und wir hoffen, dass es so bleibt.

    Im November 2005 legte ich das Trailen ad acta - aber manchmal kommt es anders als man denkt: Carlos kam durch Zufall zum Einsatz als Pettrailer und wir entdeckten dadurch eine schöne Alternative zum Mantrailing.

    Einige Zeit später kamen mehrere Anfragen bezüglich Mantrailing-Ausbildung und ich ließ mich überreden, wieder mit dem Trailen weiterzumachen. Seit 2006 laufe ich nun auch mit Carlos Einsätze und im September 06 hatten wir dann unseren ersten Lebendfund “Mensch”.