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Geschichte der Personensuche

    Eine alte Suchart neu entdeckt

    Es wird immer behauptet, dass das “Mantrailing” eine Neuheit im Rettungshundewesen ist. Teilweise wird von einer Modeerscheinung oder einem Boom gesprochen.
    Einige Leute behaupten, dass das Mantrailing in D in den Kinderschuhen stecke.

    Alles schaut nach Amerika, wo die Wurzeln des Trailens liegen sollen.
    Bei genauer Recherche fällt jedoch auf, dass das Trailen gar nicht neu ist, sondern auch in Europa schon seit über ein Jahrhundert bekannt ist:

    Abbildungen und erste Aufzeichungen existieren aus dem Jahre 1473 von Heinrich Mynsinger, zitiert in dem Buch von M. Stephanitz “Der deutsche Schäferhund in Wort und Bild”. Im selben Buch aus dem Jahre 1923 beschreibt M. Stephanitz den Einsatz von Schäferhunden im Polizeidienst, welcher mit dem heutigen Mantrailing vergleichbar ist.
    In den beiden Büchern von Dr. Friedo Schmidt “Polizeihund-Erfolge und Neue Winke für Polizeihund-Führer - Liebhaber und Behörden” von 1911 werden Fälle des “lineup” bzw. des Verfolgens einer Individualspur und des Geruchsspurenvergleiches geschildert. Erste Erfolgsberichte stammen dabei aus dem Jahre 1903.
    In dem Buch “Verbrecherspur und Polizeihund” von 1910 von F. Schmidt wird in Bild und Text die Gewinnung und Asservierung eines Geruchsartikels beschrieben.

    In der Zeitschrift für Hundeforschung aus dem Jahr 1931 wurde in einem Artikel von J. Hansmann “Unter welchen Gesichtspunkten erfolgt die praktische Verwendung des Polizeihundes?” ein Fall beschrieben, welcher heute als Splitting/missing member benannt wir.

    Genau wie heutzutage gab es auch damals Kritiker der Spürhundarbeit.
    Einer der größten Kritiker war Konrad Most. 1913 startete er eine Testreihe zum Thema Fährtenhunde. Nach dem ersten Weltkrieg wurden die Tests wiederholt. Die Ergebnisse der Studien widerlegten die Fähigkeit der Geruchsdifferenzierung und bestärkten die These der Bodenverletzung.

    Erste schriftlich fixierte Experimente zur Fähigkeit der Geruchsunterscheidung stammen schon aus den Jahren 1887 (G. J. Romanes, Nature “Experiments on th sense of smell of dogs”), 1909 (Th. Zell, “Der Polizeihund als Gehilfe der Strafrechtsorgane”) und 1926 (R. Blunk, “Die Ausbildung des Hundes zur Spurenreinheit”)

    Auch im Angloamerikanischen Raum wurde die Fähigkeit des Bloodhounds zur Geruchsunterscheidung angezweifelt und in einer Studie von 1905 (Brough, “The bloodhound and its use in tracking criminals”) wurde belegt, dass Bloodhounds nicht in der Lage sind, zwei sich kreuzende Spuren zu unterscheiden.

    R. und R. Menzel (1930, “Die Verwertung der Riechfähigkeit des Hundes im Dienste der Menschheit”) und B. Schmid (1937, “Umfang und Grenzen der Nasenleistung von Hunden”) kamen zu dem Schluss, dass die Fähigkeit des Hundes wie er auf der Spur arbeitet (Fährte oder Individualgeruch) abhängig von der Art der Ausbildung ist.

     

    Im Buch “Der Polizeihund” Verlag für Kunst und Wissenschaft, Band 1143-1145, ca 1910-1930 wird die Personensuche nach Individualgeruch schon gut beschrieben.