Verhalten entlaufener Katzen

Verhalten entlaufener Katzen

Wenn eine Katze entläuft, hängt ihr anschließendes Verhalten von vielen Faktoren ab.

Freigänger-Katzen:

Eine Freigänger-Katze hat ihr Revier, in dem sie tagtäglich herum streift.
Kehrt sie an einem Tag nicht heim,so muss irgend etwas vorgefallen sein,
was sie an ihrem Routine-Verhalten hindert.

Entweder sie ist irgendwo eingesperrt oder gefangen, weil sie aus Neugier oder Angst in eine Wohnung, einen Keller oder ein Auto gestiegen ist oder sie hängt fest (Halsband).

Oder sie hat sich verletzt (Verkehrsunfall, Falle, Jäger, Hund, Gift,...) und sie kann aus eigener Kraft nicht mehr nach Hause kehren.

Oder es ist etwas vorgefallen, was dazu geführt hat, dass sie sich aus ihrem gewohnten Territorium entfernt hat oder entfernt wurde.

Es kann sein, dass man sie bewusst (schlecht gesinnter Nachbar) oder unbewusst (Tierschutz/Tierfreund) mitgenommen hat oder sie durch einen Hund aus ihrem gewohnten Revier vertrieben wurde.

Es ist möglich, dass sie sich aus Angst aus ihrem Territorium entfernt hat (Hund, Kinder,..) und im fremden Revier sich nun nicht orientieren kann oder aus Angst an einem ruhigen Ort versteckt hält.

Wenn eine Freigänger-Katze weggelaufen ist,
sollte man sich als erstes fragen:

“Was ist passiert?”

 

Reine Wohnungskatzen:

Das Revier von reinen Wohnungskatzen beschränkt sich auf die Wohnung.

Außerhalb ihres Revieres fühlen sie sich in der Regel ängstlich und unsicher.
Für gewöhnlich suchen sich reine Stubenkatzen daher den erstbesten Platz, der ruhig ist, um sich zu verstecken.
Wie lange eine Katze in diesem Versteck verbleibt und was sie dann tut, hängt davon ab, wie ihr Charakter ist.

Die erste Frage, die man sich stellen soll,
wenn eine reine Wohnungskatze entlaufen ist ist:

“Wo hat sie sich versteckt?”

 

 

Suchstrategie

Wenn man seine entlaufene Katze sucht, sollte man eine für seine Katze passende Suchstrategie verfolgen.

Diese individuelle Suchstrategie (wo man nachfragt, plakatiert, sucht) hängt davon ab, unter welchen Umständen die Katze entlaufen ist und welchen Charakter die Katze hat. Denn diese beiden Faktoren beeinflussen das Verhalten einer entlaufenen Katze.

 

Selbstbewußte/neugierige, gesellige Katze

Neugierige forsche Katzen zeichnen sich im Alltag dadurch aus, dass sie leicht auf Fremde zugehen, eventuell sogar zur Haustür gehen, wenn es geklingelt hat.
Wenn Besuch kommt, lassen sich selten ängstigen und erschrecken sich nicht leicht. Bei Familienfeiern sitzen sie inmitten der Gäste und treiben Schabernack oder lassen sich in ihrer Ruhe auf dem Sofa nicht vertreiben, wenn sich ein Fremder daneben setzt.

Wenn eine solche Katze entläuft, dann wird sie sich vielleicht zuerst verstecken,
dann jedoch nach recht kurzer Zeit anfangen zu wandern.

Sucht man eine solche Katze, so sollte man die Plakatierungsaktion auf mehrere Blocks ausweiten. Auch sollte man hier die unmittelbaren Nachbarn fragen, ob sie eine solche Katze gesehen oder vielleicht aufgenommen haben.

==> Die Wahrscheinlichkeit, dass sie von Leuten gesehen wird, ist groß,
       die Wahrscheinlichkeit, dass sie jemand mitnimmt ebenfalls.

      Achtung!
      Auch wenn die Katze sonst, wenn man sie ruft, kommt oder antwortet:
      in den seltensten Fällen wird sie ihr gewohntes Verhalten zeigen.

Der ansonsten gesprächige Kater meiner Mutter war 3 (!!) Wochen im Keller des Nachbarhauses eingesperrt. Weder durch Rappeln mit der Futterdose noch durch Pfeifen oder Rufen hat er sich auch nur zu einem Ton bewegen lassen.

Man kann also nicht davon ausgehen, dass die Katze nicht in einem bestimmten Gebäude ist, wenn sie auf Ruf oder Pfiff nicht kommt oder antwortet!

 

Distanzierte Katzen

Manche Katzen haben nicht direkt angst vor Menschen, machen sich aber auch nicht viel aus Fremden. Wenn Besuch kommt, halten sie sich im Hintergrund, beobachten. Geht man auf sie zu, bleiben sie auf Distanz.

Auch sie werden sich initial verstecken und dann ggf. wandern. Manche dieser Katzen bringen den Mut auf, den Weg nach Hause zu versuchen und werden vor der Haustür gesichtet.

Hier sollte man auch zuerst die Verstecke der näheren Umgebung absuchen und die unmittelbaren Nachbarn fragen. Oft werden diese Katzen gesichtet, aber nicht gefangen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Katzen von Fremden als vermeintlich ausgesetzt mitgenommen werden ist wesentlich geringer.

Hier kann es hilfreich sein, in Nähe der Haustür eine Lebendfalle aufzustellen.

 

Schüchterne/vorsichtige Katzen

Manche Katzen sind in der Regel im Haus ausgeglichen, ruhig und zutraulich, lieben ihren Menschen, geraten jedoch bei neuen Sitationen in Panik (verstecken sich, wenn Besuch kommt oder wenn etwas herunterfällt oder Krach macht).
Wenn sie verschwinden, dann laufen sie meist in Panik davon.

Der Platz, an dem sie sich verstecken, liegt nicht immer in der unmittelbaren Umgebung der Haustür. Wenn diese Katzen nicht aus ihrem Versteck aufgescheucht werden, dann verbleiben sie meist, bis sich die erste Panik gelegt hat und versuchen sogar manchmal, den Punkt wiederzufinden, wo sie entlaufen sind. Nach den Erfahrungen in der Tiersuche aus Amerika brauchen manche Katzen eine Woche, bis sie sebstsicher (und hungrig) genug sind, um den Weg nach Hause anzutreten.

Auch hier dienst bei der Suche das Hauptaugenmerk der unmittelbaren Nachbarschaft. Insbesondere in den ruhigen Abendstunden kann man versuchen, die Katze zu rufen und zu locken. Schüchterne Katzen antworten manchmal mit einem Miau.
Auch Katzenfallen können hier hilfreich sein.

Durch Fremde lassen sie sich oft nicht anfassen oder einfangen sondern laufen wieder weg. Ein Hinweis auf dem Plakat: "Bei Sichtung bitte nicht versuchen zu fangen, sondern anrufen" kann hilfreich sein.

 

Panische/scheue/ängstliche Katzen

Diese Katzen können bei ihrem Besitzer zutraulich und verschmust sein, zeichnen sich jeodch durch enorme Angst vor neuen Situationen, Fremden aus.

Häufig lassen sie sich nur ungern auf den Arm nehmen oder eng kuscheln.

Kommen Fremde in die Wohnung verstecken sie sich und kommen erst heraus, wenn diese die Wohnung wieder verlassen haben.

Entläuft eine solche Katze, so wird sie in Panik davonrennen und sich an einem ruhigen Platz versteckt halten und dort verbleiben. Nähert sich jemand, verfallen diese Katzen wie in eine Starre.

Die Panik ist häufig genetisch bedingt oder durch mangelnde oder schlechte Sozialisation bedingt.

Wir eine solche Katze durch Zufall gefunden, wird man sie nur selten als "entlaufen" erkennen sondern eher eine verwilderte Hauskatze vermuten.

Gesichtet wird eine solche Katze nur selten.

Hier liegt die größte Hoffnung auf "Zufallsfunde" oder gut aufgestellte Katzenfallen.

 

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