Korrekturen und Beeinflussung beim Mantrailing
UNDER CONSTRUCTION!”!
Wann sollte man den Mantrailer korrigieren, wann loben?
Jeder Einfluss auf den Hund birgt das Risiko, die benötigte Selbstsicherheit und Selbständigkeit des Hundes zu reduzieren. Das Schlimmste ist, wenn der Hund sich vom Hundeführer (unbewußt) lenken läßt und eine Ghosttrail läuft. Diesem Risiko sind leichtführige Rasssen eher unterlegen als sturköpfige Schweiss- und Laufhunde. Für diese bedeutet die Spur erheblich mehr, als ein Kommando des Hundeführers. Der im Alltag bei Sturköpfen fehlende �Will to please� ist beim Trailen von Vorteil und erwünscht. Man weiß nie genau, wo die Witterung liegt, was der Hund gerade in der Nase hat, daher sollte man mit jeder Einwirkung während des Trail vorsichtig sein. Muss man dem Hund während einer Trail durch Einwirkungen helfen, war die dem Hund gestellte Aufgabe definitiv zu schwierig, die Schritte zu groß. Bei einer dem Leistungsstand angemessenen Aufgabe bedarf es keiner Hilfen durch den Hundeführer, der Hund ist jederzeit sicher in dem was er tut. Es bedarf auch kaum Motivation, da der Hund in seinem Jagdtrieb arbeitet, welcher im Regelfall während der Sucharbeit selbstbestätigend ist. Ist jedoch eindeutig, dass der Hund andere Spuren (Wild/Hunde/...) interessanter findet und eine solche Verleitfährte eindeutig erkennbar annimmt oder der Hund mehrfach markiert, Kontakt zu anderen Hunden aufnimmt, so ist eine klare Korrektur angebracht. Rucken an der Leine sollten nicht als negative Verstärkung genutzt werden, da Rucke an der Leine auch versehentlich auftreten können (Leine verhakt sich unter Autoreifen, im Gestrüpp,..). Im Hinterkopf sollte man aber haben, dass ein Hund nur dann für andere Dinge Interesse zeigt, wenn seine Motivation dazu größer ist, als zur gestellten Aufgabe. Das impliziert, dass entweder die Aufgabe nicht verstanden wurde, die Aufgabe zu schwierig ist, die Konzentrationsfähigkeit (noch) nicht ausreichend ist oder dem Hund andere Dinge im Leben erheblich mehr bedeuten (z.B. Rüdenaggression, hoher Sexualtrieb oä). Neben einem Schritt zurück zu den Basics sollte der Hundeführer sich dann immer fragen, ob das �Problem� auch im (Nicht-Fährten-) Alltag besteht und dann ggf. vor weiterer Fährtenarbeit Abstand nehmen, bis das �Problem� AUßERHALB der Fährtenarbeit gelöst wurde Bei Korrekturen während eines Lernprozesses besteht immer die Gefahr einer Fehlverknüpfung: Hund verknüpft Korrektur nicht mit dem unerwünschten Verhalten sondern mit der geforderten Aufgabe. Der Rüffel durch den Hundeführer schlägt sich zudem auf die Stimmung des Hundes nieder, kann das Lernverhalten blockieren und die Motivation für die Aufgabe massiv reduzieren. Soll man den Hund immer �frei� suchen lassen? Läßt man den Hund von Anbeginn der Trailausbildung frei suchen (an langer Leine sich selbst den Weg suchen), so kann man dem Hund erhebliche nur schwierig behebbare Fehler einbauen. Das Resultat ist ein unsauber arbeitender Hund, der zwar evtl. irgendwann und irgendwie zum Erfolg kommt. Nimmt man an, dass die �Spur� aus kleinen leichten und schwereren größeren Teilchen besteht (s.o.), so zeigt sich immer eine Verteilung der Duftspur in einer Spur, welche recht nah der gegangenen Spur liegt und einer weitverteilen flüchtigeren Spur. Da die Verteilung der leicht flüchtigen Partikel mehr durch Witterungseinflüsse und Umgebungsstrukturen beeinflußt ist, sammeln sich diese an Wänden, Mauern, Gebüschen. Die von dort aufsteigende Geruchsspur kann erheblich konzentrierter sein, als die Spur die von den schwereren Partikeln ausgeht. Verfolgt nun der Hund die Spur an den Mauern, Büschen etc. wird er am Ende der Mauer oder auf einem freien Platz an ein Spurende / eine weitverteilte Spur stoßen. Durch Kreisen kommt er irgendwann wieder auf ein Stück Spur und kann diese wieder verfolgen, bis auch sie quasi endet....... In der Folge arbeitet der Hund sehr ineffektiv, kreist sehr viel, arbeitet weit versetzt der Spur und lernt: �wenn die Spur schwächer wird / endet, dann muss ich weit kreisen�. Der Hund wird, wenn die Spur schwächer wird / abbricht, erst sehr spät umkehren oder ein Negativ anzeigen. Ggf. geht der Hund vollständig zu einer Stöbersuche über. Weite Plätze werden immer sehr problematisch sein, gleiches gilt für Geruchspools. Abb. Duftverteilung Jola / Arbeitsweise Hund Daher sollte der Hund beim Erlernen des Trailens an einer kurzen Leine geführt werden. Er muss erlernen, eine in Verlauf und Intensität (fast) konstante Spur zu verfolgen und ein Abbruch dieser Spur anzuzeigen und er darf nicht ohne Spur weiterlaufen (stöbern). Geht man davon aus, dass immer nahe der gegangenen Spur die Witterung -in Verlauf und Intensität (fast) konstant- liegt und dieses Spur markiert ist, so kann und soll man am Anfang der Ausbildung dem Hund �Hilfen zur Selbsthilfe� geben. D.h. verläßt / verliert der Hund diese Spur (auch wenn er noch (z.B. Luft-) Witterung von der Person hat), so bleibt man auf der Stelle �gehen� (oder geht ein kleines Stück zurück), bis der Hund wieder auf die Spur zieht. Dann läßt man den Hund mit Lob weitergehen. Unterschied �Hilfe zur Selbsthilfe� / Beeinflussung im Sinn von Richtungsvorgabe Der Hund lernt so, dass nur das Verfolgen dieser einen Spur zum Erfolg führt. Man hilft ihm sozusagen, die Spur zu verfolgen. Dabei gibt man die Richtung nicht vor! Wichtig ist, dass man nicht in die Spurrichtung geht / schaut / sich dreht, bevor der Hund selbst die Entscheidung getroffen hat, auf der Spur (die er ja vorher verlassen hat) weiterzugehen. Das Resultat ist ein Hund, der�einmal auf einer Spur eingedockt- recht spurgenau sucht. Und das auch auf einem großen asphaltierten Parkplatz ohne zu kreisen. Um in der Luft stehende Witterung einer frischen Spur als mögliche Fehlerquelle auszuschalten, ist es übrigens in der Schweisshundeausbildung üblich, keine frischen (warmen) Spuren zu laufen (mind. 4h alt), am Anfang auf freien Flächen / in Alt- oder lichten Stangenhölzern zu arbeiten und dabei den Wind im Nacken zu haben (z.B. Frevert) Die Erkenntnis, am Anfang dem Hund auf der Spur zu helfen, ist also keinesfalls neu. Kein Schweisshundeführer würde seinen jungen Hund weit von der Spur suchen lassen / kreisen lassen oder Winkel / Ecken überlaufen lassen!